Paartherapie

Psychotherapeutische Angebote von Filip Pavlinec Waber

Paartherapie

Die Grundlage für meine Arbeit mit Paaren und Familien gibt mir die Ausbildung zum systemsich integrativen Einzel-, Paar- und Familientherapeut am Institut Kirschenbaum.

Heute arbeite ich mit den meisten Paaren nach dem innvoativen Paartherapieansatz „Pragmatic Experiential Method“ (PEM) von Professor Brent J. Atkinson.

Symbolbild Paartherapie

Mit dem „Pragmatic Experiential Method“ können Paarbeziehungsprobleme auch dann wirksam bearbeitet werden, wenn nur einer der Partner zur Therapie motiviert ist. Das heisst, dass ich Paartherapien auch im Einzelsetting durchführe. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass sich die Paarbeziehung entweder in Abwesenheit des unmotivierten Partners wesentlich verbessert oder dass der zuerst unmotivierte Partner später ebenfalls in die Paartherapie einsteigt.

Prof. Brent J. Atkinsons Pragmatic Experential Method for Improving Relationships

Pragmatisch Erfahrungsorientierte Methode für Paare sowie für Einzelpersonen, welche ihre Paarbeziehung verbessern wollen

Der Pragmatisch Erfahrungsorientierte Ansatz ist eine Beziehungstherapie, die sowohl in der Paartherapie als auch in der Einzeltherapie angewendet werden kann.

Dank seiner hohen Wirksamkeit kann mit PEM Paartherapie auch im Einzelsetting durchgeführt werden. Den Klienten wird vermittelt, dass sie die Macht haben, ihre Beziehung ungeachtet dem Grad der Motivation ihres Partners zu transformieren. Auch wenn einer der Partner kein Interesse an Paargesprächen zeigt, gelingt es oft, die Beziehungsqualität wesentlich zu verbessern und / oder den abwesenden Partner zur Teilnahme an Paargesprächen zu motivieren.

Pragmatisch, d.h. anwendungsbezogen und lösungsorientiert

Zuerst machen sich die Klientinnen mit denjenigen Verhaltensweisen vertraut, welche sie benötigen, um eine langfristig erfolgreiche Paarbeziehung zu haben. In der ersten Phase wird der Fokus auf die wichtigsten Gewohnheiten gelegt, die es braucht, um sich in konflikthaften Situationen konstruktiv verhalten zu können (den wichtigsten Gewohnheiten der Beziehungspflege wendet man sich meist in einer späteren Phase der Therapie zu).

Erfahrungsorientiert

Durch eine Reihe von Übungen und Lernschritten lernen die Partner, diese Konfliktkompetenzen in schwierigen Situationen anzuwenden. Für viele Paare bedeutet dies einige Arbeit, weil unsere schädlichen Gewohnheiten sehr tief in uns eigeprägt sind und schnell und automatisch ablaufen, sobald wir uns durch unseren Partner schlecht behandelt fühlen. Die Übungen des Pragmatisch Erfahrungsorientierten Ansatzes beruhen auf Erkenntnissen der Hirnforschung und ermöglichen, die schädlichen, reaktiven Zuständen zu erkennen und in neutralere Zustände zu wechseln, um die neu gelernten, konstruktiven Gewohnheiten auch in schwierigen Situationen einsetzen zu können.

Die Reise der Beziehungstransformation, zu der hier ein kurzer Überblick gegeben wird, wurde in den letzten zwei Jahrzehnten von Hunderten von Paaren an der Paarklinik bzw. Forschungsinstitut von Prof. Atkinson unternommen. Jede Phase des Prozesses ist entscheidend und baut auf der vorhergehenden Phase auf.

Phase I: Legen sie ihre Waffe nieder

Der erste Schritt zur Transformation der Beziehung beinhaltet die Niederlegung der Waffe der verallgemeinerten Schuldzuweisung. Sie werden lernen, dass die Überzeugungen, der Partner sei der Hauptschuldige, zu den mächtigsten Waffen gehört, die Partner in Beziehungen einsetzen, wenn auch nur wenige dies wissen. Wenn sie wollen, dass ihr Partner fürsorglicher auf ihre Bedürfnisse eingeht, müssen sie die Waffe senken, die sie auf seinen Kopf gerichtet halten. Ihre „Waffe“ ist ihre Schuldzuweisung. In der Therapie werden sie durch den Prozess geleitet, die alte Geschichte ihrer Beziehung neu zu schreiben Sie werden ihren Partner aus der Rolle des Bösewichts entlassen, ein Bild von der gegenseitigen Verantwortung zeichnen und sie werden ihre wachsende Erkenntnis artikulieren, wie sie selbst zum unbefriedigenden Zustand ihrer Beziehung beigetragen haben. Sobald ihr Partner erkennt, dass sie ihn nicht mehr als „den Bösewicht“ oder „das Hauptproblem“ sehen, werden sie wahrscheinlich eine sofortige Änderung in ihm sehen. Die Signale können subtil sein, aber sie werden bemerken, dass er eine weichere Haltung ihnen gegenüber einnimmt. Sie werden den ersten Schritt in Richtung einer neuen Beziehung genommen haben. Natürlich ist es möglich, dass sie nie geglaubt hatten, dass ihr Partner mehr Schuld für den unbefriedigenden Zustand ihrer Beziehung trägt als sie selbst. Unabhängig davon, was sie wirklich glauben – solange ihr Partner denkt, dass sie ihm mehr Schuld zuweisen als sich selbst, wird er in einer Abwehrhaltung verharren und es ist unwahrscheinlich, dass er in der Lage sein wird, anders mit ihnen zu interagieren. Falls ihr Partner denkt, dass sie glauben, er sei der Hauptschuldige, wird ihre Aufgabe in der ersten Phase der Beziehungstransformation sein, ihren Partner zu überzeugen, dass sie glauben, dass beide gleich viel Verantwortung für den Zustand ihrer Beziehung tragen.

Phase II: Versöhnungsgespräche über vergangene Verletzungen

Die zweite Phase der Beziehungstransformation umfasst Gespräche über die Vergangenheit, die zur Heilung und Auflösung alter Wunden führen. Die meisten Paare mit Schwierigkeiten versuchen manchmal, über Verletzungen aus der Vergangenheit zu sprechen. Meistens enden solche Gespräche aber in Frustration und neuen Verletzungen. Solche Versuche, alte Wunden zu besprechen, sind meist von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil die Auseinandersetzung in einer Atmosphäre von Schuldzuweisungen begonnen wird. Wenn sie in der ersten Phase der Beziehungstransformation (die Waffe niederlegen) erfolgreich waren, wird ihr Partner nicht mehr das Gefühl haben, dass sie ihn als Hauptschuldigen sehen. Sie werden feststellen, dass er fähig sein wird, alte Verletzungen zu besprechen, ohne in die vorwurfsvolle oder abwehrende Haltung zu gehen wie bei früheren Klärungsversuchen. Wenn auch ihr Partner seine Waffe der verallgemeinerten Schuldzuweisung niederlegt, wird es entsprechend auch für sie einfacher sein, über alte Verletzungen zu sprechen. In der Therapie werden ihnen Richtlinien vermittelt, die ihnen helfen werden, mit ihrem Partner Versöhnungsgespräche zu führen, die in gegenseitigem Verständnis münden. Beide werden sie erfahren, dass sie echte Reue bezüglich dessen, was geschehen ist, entwickeln und dass sie die Bereitschaft entwickeln, die nötigen Schritte zu unternehmen, um Solches in Zukunft zu verhindern.

Phase III: Mit täglichen Frustrationen und Enttäuschungen wirksamer umgehen

In den ersten zwei Phasen des Genesungsprozesses geht es darum, die Vergangenheit zur Ruhe zu bringen. In der dritten Phase der Beziehungstransformation richten sie ihre Aufmerksamkeit auf die Gegenwart. Insbesondere lernen sie, wie sie ihre gewohnheitsmässigen Reaktionen ändern können in Situationen, in denen sie frustriert oder enttäuscht über ihren Partner sind. In allen langjährigen Beziehungen geschieht es immer wieder, dass die Partner über das Verhalten des Anderen aufgebracht sind. Untersuchungen haben gezeigt, dass einige Menschen wissen, wie sie mit solchen Situation zurecht kommen können, damit ihnen ihr Partner Respekt und Verständnis entgegen bringt. Andere reagieren in einer Weise, die es ihrem Partner fast unmöglich macht, auf sie einzugehen. Studien weisen darauf hin, dass die Fähigkeit, wirksam zu reagieren, wenn man aufgewühlt ist, nicht freiwillig ist – es ist ein Muss für alle, die eine befriedigende intime Beziehung haben wollen. In der dritten Phase der Beziehungstransformation werden sie diejenigen Fähigkeiten üben, die sie brauchen, um geschickter zu reagieren, wenn sie wegen ihrem Partner aufgebracht sind. Deshalb werden sie mit den Methoden und Vorteilen der Achtsamkeit vertraut gemacht. Achtsamkeit ist eine Form von mentalem Fitnesstraining, welches ihr Nervensystem stärkt, so dass sie in der Lage sind, die anspruchsvollen Fertigkeiten zu entwickeln, die sie brauchen, um erfolgreich mit den normalen, aber oft sehr belastenden Ärgernissen und Enttäuschungen einer Paarbeziehung zurecht zu kommen. Oft ist es nötig, ein bestimmtes Diät- und Trainingsprogramm zu befolgen, um die erwünschte körperliche Gesundheit zu erreichen und aufrecht zu erhalten. Ebenso müssen die meisten Leute ein regelmässiges mentales Trainingsprogramm einhalten, wenn sie den hohen Grad mentaler und emotionaler Belastbarkeit erreichen wollen, der zur Aufrechterhaltung einer gesunden Paarbeziehung benötigt wird. Auf dieser Belastbarkeit aufbauend werden ihnen Methoden vermittelt, die es ihnen ermöglichen, flexibler zu reagieren, wenn sie sich durch ihren Partner schlecht behandelt fühlen. Dadurch lernen sie, die bisherigen automatischen, schädlichen Reflexe zu vermeiden. Der erste Schritt beinhaltet Übungen zur Steigerung ihrer Fähigkeit, die Frustrationen, die zwangsläufig zwischen Ehegatten oder intime Partner entstehen, auszuhalten. Sie werden die Fähigkeit entwickeln, mit weniger Intensität, Erregung, Panik, Alarm, Entrüstung oder Verzweiflung zu reagieren, wenn ihr Partner Dinge sagt oder tut, die sie nicht mögen oder mit denen sie nicht einverstanden sind. Und sie werden lernen, wie sie für sich hinstehen können, ohne dass sie die natürlichen Abwehrreaktionen ihres Partners unnötig anstacheln. Sie werden lernen, welche spezifischen Konfliktlösekompetenzen sie verbessern müssen und es werden ihnen Übungsmethoden vermittelt, mit denen ihre Bemühungen zu schnellstmöglichen Änderungen führen.

Phase IV: Steigerung der Gefühle von Liebe und Verbundenheit

In dem Mass, in dem sie lernen, wie sie den täglichen Frustrationen und Enttäuschungen besser begegnen können, werden sie wahrscheinlich erleben, dass ihr Partner sie mit zunehmendem Respekt behandelt. Dadurch werden sie weniger den Wunsch haben, sich emotional zu distanzieren. Es ist gut möglich, dass sie merken, dass sie bereitwilliger auf die Bedürfnisse ihres Partners eingehen und dass er dasselbe für sie tut. Bei Leuten, deren Partner sich geliebt fühlen und die gleichzeitig wissen, wie sie sich selbst zu verhalten haben, damit sie Zuwendung und Zärtlichkeit erhalten, wurden vier beziehungsfördernde Gewohnheiten beobachtet. Sie werden konkrete Übungen lernen, die sie einsetzen können, um in ihrer Beziehung Gefühle der Liebe und Freude zu vermehren. Sie werden lernen, wie sie ihr Leben und ihren Tagesablauf so anpassen können, dass in ihrer Beziehung echte Gefühle der Zuneigung und Fürsorglichkeit immer häufiger auftreten können. Bewusste Anstrengungen sind wichtig, sie werden aber mehr brauchen als gutgemeinte „Bemühungen“. Sie benötigen das spontane Auftreten und echte Erleben von Wärme, Zärtlichkeit, Zuneigung und sexuellem Interesse. Sie müssen voneinander spüren können, dass sie ihre Zweisamkeit geniessen, dass sie zusammen Spass haben und dass sie einander vermissen, wenn sie getrennt sind. Sie werden lernen, wie sie Gefühle von Liebe und Verlangen in ihrem Partner entzünden können und wie sie ihre eigene Liebesfähigkeit und ihr Verlangen vertiefen können. Sie und ihr Partner werden lernen, wie sie Liebe und Verlangen ungehindert erleben können, sodass sie ein Leben mit vielen schönen Momenten teilen können. 

Lektionen, welche die Paarforschung von Menschen gelernt hat, die wissen, was sie tun können, um von ihrem Partner gut behandelt zu werden

Beziehungsfördernde Gewohnheiten entwickeln – Auszug aus Kapitel 1  – Copyright Brent Atkinson – www.thecouplesclininic.com

Einige der wichtigsten Gewohnheiten sind nicht „Paargewohnheiten“, sondern „individuelle Gewohnheiten“.

Die Fähigkeit, wirksam zu antworten, wenn man sich aufgewühlt, provoziert, ignoriert oder schlecht behandelt fühlt, ist eine der wichtigsten Fertigkeiten, die durch die Forschung identifiziert wurde. Menschen, welche diese Fähigkeit haben, machen es gleichzeitig ihrem Partner einfach, es ihnen gleich zu machen. Sie wissen, wie sie für sich hinstehen können, machen aber keine grosse Sache daraus. Sie machen nicht viele Umstände daraus, wie abscheulich ihr Partner sei, weil er sich egoistisch, kontrollierend oder unbedacht verhält. Sie verlangen lediglich, dass ihr Partner ihre Bedürfnisse und Ansichten als gleichwertig betrachtet.

Die Fähigkeit, wirksam zu reagieren, wenn dein Partner Sachen sagt oder macht, die du nicht magst oder mit denen du nicht einverstanden bist, ist eine unabdingbare Voraussetzung, wenn du eine Beziehung wünschst, in der auf deine Bedürfnisse eingegangen wird.

Wenn dein Partner sich egoistisch, lästig, unverantwortlich, unaufmerksam, irrational / unvernünftig, kurzsichtig, voreingenommen, faul, rücksichtslos, mit sich selbst beschäftigt, unrealistisch, gefühllos, gleichgültig, überbedürftig, kontrollierend, negativ, dumm oder überreagierend verhält, denkst du vielleicht, die Lösung liege in seinen Händen. Aber Untersuchungen haben immer wieder gezeigt, dass positive Veränderungen dadurch ausgelöst werden, dass derjenige Partner geschickt reagiert, der sich auf diese Weise schlecht behandelt fühlt.

Es gibt Reaktionen, die zuverlässig beim Partner Engstirnigkeit, Unnachgiebigkeit, Abwehrhaltung oder Zurückweisungen hervorrufen. Andere Reaktionen hingegen führen beim Partner zu Offenheit und Flexibilität.

Die meisten von uns sind sehr einseitig (meist zum eigenen Vorteil) in der Einschätzung dessen, was schädliches Beziehungsverhalten beinhalten soll. Wir sind oft geneigt zu denken, unser Partner sei im Unrecht, obwohl er gar nicht im Unrecht ist.

Zum Schluss zu kommen, dein Partner sei im Unrecht, obwohl er das gar nicht ist, ist ein Fehler, den du unbedingt vermeiden willst. Menschen, die sich in ihren Beziehungen geschickt verhalten, überlegen sich zweimal, bevor sie eine Schuldzuweisung machen. Sie wissen, dass sie ein Recht haben, ihren Partner um eine Änderung zu ersuchen, auch wenn sein Verhalten oder seine Sichtweise nicht falsch ist. Die Vermeidung von Schuldzuweisung dient als Fundament für die Wirksamkeit anderer Fertigkeiten, die sie in schwierigen Beziehungssituationen einsetzen.

Wenn du die Vorstellung loslässt, dein Partner sei im Unrecht oder verhalte sich falsch, bedeutet das nicht, dass du kein Recht hast, ihm zu sagen, dass er sein Verhalten überdenken soll. Es bedeutet lediglich, dass der Grund, weshalb er sein Verhalten ändern soll, nicht der ist, dass er im Unrecht ist, sondern der, dass er deine Bedürfnisse und Erwartungen als gleichwertig anerkennen soll. Und wenn ihr euch nicht einig seid, dass ihr euch in der Mitte trefft.

Auch Paare in stabilen, glücklichen Beziehungen können sehr unterschiedliche Werte und Prioritäten haben. Sie sehen aber, dass es viele berechtigte Wege durchs Leben gibt. Auch wenn sich der Partner scheinbar sehr provokativ verhält gehen sie davon aus, dass diesem Verhalten ein verständliches Bedürfnis zugrunde liegt. Deshalb versuchen sie immer wieder, den verständlichen Anteil am vorerst unverständlichen Verhalten ihres Partners zu suchen, anstatt ihn zu kritisieren oder zurückzuweisen. Sie haben ein wichtiges Prinzip verstanden: wenn du Verständnis erleben willst, musst du zuerst selbst Verständnis geben. Falls es dir misslingt, auch nur irgendeinen Teil der Sichtweise deines Partners als nachvollziehbar anzuerkennen, wird es für ihn äussert schwierig sein, offen für deine Bedürfnisse zu sein, auch wenn diese noch so berechtigt sind.

Wenn du willst, dass dich dein Partner gut behandelt, musst du bereit sein, seine Gefühle als gleichwertig mit deinen eigenen Gefühlen zu sehen, auch – oder sogar insbesondere – dann, wenn es um sehr viel geht und beiden ihre Haltung sehr wichtig ist. Ihr dürft leidenschaftlich argumentieren. Wenn du es aber schlussendlich nicht schaffst, einen Weg zu finden, die Bedürfnisse deines Partner als gleich hoch anzurechnen, wie du es dir von ihm wünschst, wirst du nie den Respekt und die Liebe von deinem Partner erhalten, nach denen du dich sehnst.

Wenn du seit mehreren Monaten oder länger unglücklich über das Verhalten oder die Einstellung deines Partners bist, ist es sehr wahrscheinlich, dass du dysfunktional / fehlerhaft mit ihm über deine Frustrationen redest und / oder dass du dysfunktional reagierst, wenn er nicht so auf dich eingeht, wie du es dir wünschen würdest.

Menschen, welche schädliches Beziehungsverhalten vermeiden können und sich die wichtigsten beziehungsfördernden Gewohnheiten aneignen, werden mit der Zeit fast immer mehr Entgegenkommen bei ihrem Partner erfahren. Wenn du mit dem Ausmass des Entgegenkommens deines Partners unzufrieden bist, ist es sehr wahrscheinlich, dass du das gleiche Problem hättest, unabhängig davon, welchen Partner du gewählt hättest. Es wäre vielleicht etwas anderes, als was dein Partner macht, aber es wäre bestimmt etwas da, das dich stören würde. Die Fähigkeit, in diesen anderen schwierigen Beziehungssituationen wirksam zu reagieren, wäre in dieser anderen Beziehung genauso notwendig.

Das Machtvollste, was du tun kannst, damit dein Partner dir mehr Verständnis und Entgegenkommen zeigt, ist die Fähigkeit, in Situationen geschickt zu reagieren, wenn dein Partner dir gegenüber kaum Verständnis und Entgegenkommen zeigt.

In unserem Therapieansatz empfehlen wir beiden Partnern, sich die Haltung „Das Wichtigste zuerst“ anzueignen:

„Zuerst reduziere ich meine eigenen schädlichen Gewohnheiten und stelle sicher, dass ich mich wirksam verhalte, wenn ich mich schlecht behandelt fühle. Erst danach werde ich bei Bedarf schauen, was mit meinem Partner zu tun ist, falls er weiterhin kaum Verständnis und Entgegenkommen zeigt. Zurzeit ist es aber unmöglich zu sagen, wie weit sein mangelndes Entgegenkommen mit seiner Persönlichkeit zusammen hängt, oder ob es nicht mehrheitlich eine Reaktion auf meine eigenen schädlichen Gewohnheiten darstellt.“

Wenn du so bist wie die meisten anderen Menschen, wirst du dein Nervensystem aufbessern müssen, um fähig zu sein, die benötigten Gewohnheiten zu lernen. Es muss eine natürliche Gewohnheit werden, dass du weniger intensiv reagierst, wenn dein Partner Sachen macht, mit denen du nicht einverstanden bist.

Wenn dein Partner Sachen macht, die dich aufwühlen, ist es sehr schwierig, eine urteilende, schuldzuweisende Haltung zu vermeiden und deinem Partner Verständnis entgegen zu bringen, wenn deine automatischen, inneren Reaktionen zu heftig sind. Es ist normal, aufgewühlt oder verärgert zu reagieren – es gibt aber ein Ausmass an negativer Intensität, welche eine respektvolle Auseinandersetzung verunmöglicht. Menschen versuchen normalerweise nicht, heftige Reaktionen zu haben. Diese geschehen von alleine. Ihr Nervensystem ist so geprägt, dass es automatisch heftige Reaktionen erzeugt. Vielleicht sind negative Reaktionen nicht dein Hauptproblem, vielleicht hast du aber grosse Mühe, deinem Partner zuzuhören, ohne ihn zu unterbrechen, auch wenn du dich sehr darum bemühst. Oder du triffst oft voreilige Schlussfolgerungen über die Absichten oder Beweggründe deines Partners. Oder anstelle echten Interesses und Zuneigung für deinen Partner zu erleben, fühlst du dich distanziert, mit anderen Sachen beschäftigt oder gefühllos. Die internen Mechanismen in unserem Gehirn, welche automatisch Stimmungen, Absichten und die damit verbunden Emotionen erzeugen, können nicht allein mit guten Absichten oder Einsichten verändert werden. Dank der Hirnforschung der letzten Jahre wissen wir aber heute, dass wir mit einem gezielten Training durch mentale Wiederholungen einen starken Einfluss auf sie ausüben können.

Beziehungspflege vs. Konfliktlösung

Die Herstellung und Aufrechterhaltung von emotionaler Nähe ist der Schlüssel für eine stabile und zufriedene Beziehung. Wenn du dich aber regelmässig respektlos behandelt, kritisiert oder zurück gewiesen fühlst, wirst du wahrscheinlich nicht fähig sein, die wichtigsten (vier) Gewohnheiten der Beziehungspflege, welche emotionale Nähe herbeiführen, in die Tat umzusetzen.

Die schädlichen Gewohnheiten der durch Konflikte verursachten Kränkungen (siehe gleichnamiges Handout) wie Kritik und Zurückweisung spielen sich in leidvollen Paarbeziehungen mit einer solchen Regelmässigkeit ab, dass viele Beziehungsforscher denken, sie seien der wichtigste Grund von Paarproblemen.

Gehirnforschung und das Geheimnis der Liebe…

… oder wie aus Liebe Krieg wird

Bahnbrechende Erkenntnisse aus der Hirnforschung zeigen, was passiert, wenn in einer Paarbeziehung aus Liebe Krieg wird. Sie zeigen aber auch, dass unser Gehirn mit angeborenen Strukturen ausgestattet ist, welche langjährige Liebesbeziehungen ermöglichen. Im Referat werden zudem Hinweise gegeben, wie die Liebe aufrecht erhalten und der Krieg verhindert beziehungsweise besänftigt werden kann. In diesem Referat werden einige grundlegenden Informationen vermittelt, welche für alle Paare von Interesse sein können, unabhängig davon, ob sie sich in einer ruhigen oder schwierigen Phase ihrer Beziehung befinden.

Ort: Kirchgemeindehaus Frutigenstrasse 22, 3600 Thun

Datum:  Dienstag, 16.6.2020 von 18h30 bis 20h15

Zeit: 18:30 – 20:15 Uhr

Kosten: 15.-

Preise

Für mehr Details zu meinen Konditionen wie Abmeldung vor der Sitzung finden Sie unter Tarife und Konditionen.

Normaltarif

180CHF / Stunde
  • Zu Arbeitszeiten unter der Woche in meinem Praxisraum

Abend/Samstag

200CHF / Stunde
  • Unter der Woche bei Beginn ab 17:30 und am Samstag. (Samstagstermine sind nur ausnahmsweise möglich)

Telefon/Email

180CHF / Stunde
  • Ab einem Aufwand von 5 Minuten

Als Alternative zu persönlichen Gesprächen biete ich auch Therapiesitzungen per Videokonferenz an (Zoom, Hintalkvideo).

Für Paare, die einen intensiven Therapiebeginn wünschen, kann ich einen Intensiv-Einstieg mit 5 Stunden Paartherapie an einem Tag (z.B. 08:30 bis 13:30 Uhr)  anbieten. Von meiner Auslastung her ist dies allerdings nicht immer möglich.

"Das Machtvollste, was du tun kannst, damit dein Partner dir mehr Verständnis und Entgegenkommen zeigt, ist die Fähigkeit, in Situationen geschickt zu reagieren, wenn dein Partner dir gegenüber kaum Verständnis und Entgegenkommen zeigt"​
Brent Aktinson
Prof. Brent J. Atkinson
Begründer der PEM
Kontakt

Filip Pavlinec Waber
Kilchweg 6
3665 Wattenwil

info@paarinstitut.ch

033 534 02 88

About

Meine Website zu Seminaren zur Paartherapie nach Atkinson für Fachpersonen
www.paarinstitut.ch

Website von Prof. Atkinson, Begründer der Paartherapie PEM
www.thecouplesclinic.com

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